Entrepreneurship in Health Care

Entrepreneurship ist eine Chance für uns alle: Mit innovativen Ideen zu einer besseren Ökonomie. So kann im Gesundheitswesen ein hoher Mehrwert geschaffen werden, indem Entrepreneure den Spagat zwischen unternehmerischem Denken und sozialem Mehrwert wagen. 

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) setzten „Gesundes Leben für alle – ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern” als 3. Ziel auf die Agenda. Es ist ein Bereich, der eine enorme Dringlichkeit für Verbesserung und somit große Möglichkeiten für Marktpotenzial für Entrepreneure mit sich bringt. 

Im Mai letzten Jahres stellten wir euch Green City Solutions vor, ein Startup, dass mit einem Bio-Tech-Filter die Luftqualität in unseren Städten und somit die Lebensqualität der Bewohner verbessert. Daneben gibt es noch viele weitere deutsche Startups, die sich der Suche nach Lösungen für das dritte Nachhaltigkeitsziel angenommen haben. Einige stellen wir euch im Weiteren vor.

MEDMIN – Zukunftsorientiertes Management für Arztpraxen

Die rasant alternde Gesellschaft, mit zum Teil schweren und chronischen Krankheitsverläufen und steigenden Kosten-, Bürokratie- und Effizienzdruck, erschweren das Tagesgeschäft von Ärzten und Kliniken. Durch zunächst ein familiäres Ereignis stieß Harriet Kollmann auf die Vielzahl an Herausforderungen, die vor allem das Praxismanagement betreffen. Nachdem sie selbst jahrelang als freiberufliche Praxisberaterin arbeitete, überlegte Harriet wie sie dem wachsenden Bedarf an ihrer Tätigkeit gerecht werden könnte und entschied sich nach Absolvierung der Entrepreneurship Masterclass MEDMIN zu gründen. MEDMIN ist ein online Expertenportal, das Ärzte und Ärztinnen entlastet und alle Bereiche des modernen Praxismanagements übernimmt. So können Mediziner alle Tätigkeiten abgeben, die sich nicht mit der Medizin befassen und zurück zu ihrer Berufung zurückkehren – dem Arzt sein.

ichó – Interaktive Förderung bei Demenz

Die Therapiekugel ichó soll Menschen mit Demenz beim Gedächtnistraining unterstützen. Der interaktive Ball leuchtet, vibriert, spielt Musik und Klänge ab. Märchen, Bewegungsübungen oder Hörspiele sind Anwendungen, die gemeinsam mit Therapeuten, Ärzten und Wissenschaftlern für ein umfangreiches und individuelles Angebot erarbeitet wurden. Mit Hilfe der aufgezeichneten Daten lassen sich Einblicke über den Trainingsverlauf der Nutzer gewinnen.

Gegründet wurde die ichó systems GmbH im Februar 2018 von Steffen Preuß, Mario Kascholke und Leftheri Efthimiadis. Die Arbeit, rund um die Idee einer interaktiven Therapie, begann wesentlich früher, als einige Gründer durch Familienschicksale selbst zu Mitbetroffenen wurden. Als die Erkrankungen einiger Familienmitglieder so prägnant wurden, begannen sie 2013 an der Hochschule zu forschen und zu entwickeln. Momentan ist die Therapiekugel noch in den letzten Testrunden, kann jedoch schon auf der Unternehmens-Homepage vorbestellt werden.

Jameda und Doctolib – Arzttermine einfach online buchen

Die Startups Jameda und Doctolib räumen mit einfachen Mitteln ein großes Ärgernis für Patienten aus dem Weg: Arzttermine werden online vereinbart. Gerade für Berufstätige, deren Arbeitszeit in das gleiche Zeitfenster der Öffnungszeiten von Arztpraxen fällt, lösen Onlineportale wie Jameda und Doctolib ein Zeit- und Organisationsproblem. Patienten können über das Internetportal sowie die App mit wenigen Klicks den nächsten freien Termin beim gewünschten Arzt in der jeweiligen Stadt buchen. 

COLDPLASMATECH – kaltes Plasma zur Behandlung chronischer Wunden

Kaltes Plasma – da darf man sich schon mal wundern was das sein kann. Aus dem Physik- oder Chemieunterricht noch bekannt sind möglicherweise folgende drei Aggregatzustände: fest, flüssig und gasförmig. Daneben gibt es in der Wissenschaft weitere ‘nichtklassische’ Aggregatzustände. Bei Plasma handelt es sich um ein energetisch aufgeladenes Gas. Auch die Sonne befindet sich im Plasmazustand. COLDPLASMATECH macht sich nun die kalte Variante zu Nutze, die beispielsweise neben der Nutzung in Leuchtstoffröhren auch in der Medizin verwendet wird.

Eine Wunde, die auch sechs Wochen nach ihrer Entstehung noch nicht angemessen verheilt ist, gilt in der Regel als chronisch. Kaltes Plasma inaktiviert nachweislich heilungshemmende Keime, wie sie in Krankenhäusern häufig vorkommen. Es hat eine desinfizierende Wirkung und aktiviert gleichzeitig das Immunsystem. Inzwischen gibt es verschiedenste Geräte, die diese Technologie nutzen. Hier ist jedoch oftmals von großen und sperrigen Apparaten die Rede. COLDPLASMATECH haben daher ihr Produkt als eine handliche Box mit quadratischer Wundauflage entwickelt. Diese eignet sich zur Behandlung von kleinen genauso wie großflächigen Wunden. 

2018 erhielt COLDPLASMATECH den Deutschen Innovationspreis.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.