Regionale Initiativen für eine zukunftsfähige und lebenswerte Hauptstadt

Berlin zählt zu den grünsten Hauptstädten Europas. Gerade im Sommer freuen sich die Berliner über die ca. 2.500 Parks und Grünanlagen der Stadt. Grün geht es aber gerade auch bei den regionalen Initiativen Berlins zu. Sie setzen sich für ein nachhaltiges Berlin ein. Wir haben uns mal schlau gemacht und dabei nennenswerte Projekte gefunden, die wir Ihnen hier vorstellen möchten.

Von Urban Gardening bis zum Gartenkulturpfad

Urban Gardening macht die Hauptstadt noch ein wenig bunter als sie ohnehin schon ist. Neben fleißigen Hobbygärtnern, die ihre Balkone und Fenster in allen Farben erblühen lassen, finden sich auch immer mehr Pflanzen-Aficionados und

Aficionadas (dt.: Liebhaber), die in Eigenregie öffentliche Plätze in Blumen- und Gemüsebeete verwandeln. Sei es auf dem Tempelhofer Feld der Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor, die Prinzessinnengärten am Moritzplatz oder der Prenzlberger Kiezgarten in der Schliemannstraße – sie alle wurden von engagierten Bürgern angelegt und werden von diesen weiterhin gepflegt. Stadtbewohner sowie Touristen gleichermaßen erfreuen sich an den facettenreichen und detailverliebten Kleingärten.

Die Organisatoren des Projekts Gartenkulturpfad Neukölln demonstrieren bei fünf Stadtspaziergängen, wie wichtig Gärten und Parks für die Lebensqualität der Menschen sind. Dabei entdeckt man fußläufig den Stadtteil Neukölln von seiner grünen Seite. Durch anschauliches Kartenmaterial, das von dem Verein herausgegeben wird, sind Streifzüge auf eigene Faust möglich.

Bild: © Lars Baus

 

Verpackung – Nein, danke!

Erfreulicherweise haben es die Unverpackt Läden schon in viele Städte Deutschlands geschafft. Berlin glänzt in jedem Fall gleich mit mehreren. Neben dem Ursprungsladen von Milena Glimbovski „Original Unverpackt“, der sich seit 2014 in Kreuzberg befindet, gibt es nun auch gleichartige Konzepte mit dem „Unverpackt Berlin Friedrichshain“ und „Der Sache wegen“ im Prenzlauer Berg.

In Neukölln gibt es außerdem zwei Läden, in denen teilweise Lebensmittel ohne Verpackung verkauft werden. „Dr. Pogo – Veganladen-Kollektiv“ am Karl-Marx-Platz 24 bietet unter anderem nachhaltige Zahnbürsten, Obst und Gemüse, Reis, Nüsse, Linsen, Tofu, Seitan und Kaffeebohnen verpackungsfrei an. Ähnlich handhabt es der Bioladen „Biosphäre“ in der Weserstraße 212 in Neukölln. Das Besondere hier: Die Inhaberin gewährt Menschen mit geringem Einkommen einen Rabatt auf den Einkauf. Viele neue „Unverpackt Projekte“ nutzen die Möglichkeit des Crowdfundings, um diese zu realisieren.

Bild: ©  PlanetBox

EcoCrowd Berlin – Crowdfunding für nachhaltige Projekte

Crowdfunding ist ein nützliches Tool, das gute Ideen zum Leben erwachen lässt. Es ist so einfach wie genial: Der Projektinitiator legt ein Finanzierungsziel fest und Menschen, denen das Projekt gefällt, können dabei mithelfen, diesen Zielbetrag in kleinen Schritten zu finanzieren. Die von der Deutschen Umweltstiftung ins Leben gerufene Plattform EcoCrowd nutzt das Finanzierungsmodell „Flexibles Funding“. Das bedeutet: Wird das Finanzierungsziel bis zum Ende der Finanzierungsphase nicht erreicht, erhält der Projektinitiator trotzdem sein Geld und jeder Unterstützer sein Tauschgut. Denn bei nachhaltigen Projekten hilft oftmals auch schon ein Teilbetrag, um etwas zu bewirken.

Bild: © EcoCrowd

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Zeitspende: NGOs und Vereinen fällt es verstärkt schwerer, aktive Mitglieder zu gewinnen. Auf EcoCrowd kann man sich als Unterstützer für einen bestimmten Zeitraum engagieren. Die Aufgaben sind dabei sehr vielfältig. Von körperlichen Tätigkeiten bis zu Übersetzungen oder PR-Arbeit gibt es für jeden ehrenamtlich Engagierten die passende Aufgabe.

UnternehmensGrün und GRÜNE LIGA

Diese Berliner Netzwerke verbinden nachhaltig agierende Unternehmen miteinander, um eine wirtschaftliche Entwicklung im Einklang mit Natur und Gesellschaft zu fördern. „Wir werden dahin kommen, dass sich für Unternehmen nicht nachhaltiges Wirtschaften nicht mehr rechnet“, sagt Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der grünen Wirtschaft UnternehmensGrün e.V. In dem ökologisch orientierten Unternehmensverband engagieren sich seit 1992 Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft stellen.

Bild: © UnternehmensGrün, Jörg Farys

UnternehmensGrün hat gerade auch die Initiative „Entrepreneurs for Future“ ins Leben gerufen. Sie solidarisiert sich mit den Klimastreiks der Schüler, die seit Monaten auf die Straße gehen. Mehr als 1.000 Unternehmen haben die Forderungen der Initiative unterzeichnet. Die Forderungen lauten unter anderem:

 

 

  • Eine wirksame und planbar steigende CO2-Bepreisung für alle Sektoren.
  • Divestment und Abschaffung klimaschädlicher Subventionen bis zum Jahr 2025.
  • Kreislaufwirtschaft forcieren.

Besonders lokal sind die Initiativen von der GRÜNE LIGA Berlin. Neben dem Ökomarkt am Kollwitzplatz in Berlin-Prenzlauer Berg und dem jährlichen Umweltfestival mit rund 70.000 Besucherinnen und Besuchern am Brandenburger Tor führt der Verband den bundesweiten Netzwerk21Kongress, einen Fortbildungs- und Netzwerkkongress für lokales Nachhaltigkeitsengagement durch.

Wir sind begeistert von all den engagierten Menschen, die Berlin zu einem nachhaltigeren Ort machen und sagen: Weiter so!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.