David gegen Goliath: So war der Entrepreneurship Summit 2018

Wir blicken zufrieden auf den Entrepreneurship Summit zurück. Zum 10. Mal trafen sich über 1500 Ideenhaber, Weltverbesserer, Gründer und die, die es werden wollen auf dem Entrepreneurship Summit 2018 im Henry-Ford-Bau in Berlin. Ein Wochenende mit zwei Tagen abwechslungsreichem Programm: Unter dem Motto „David gegen Goliath – small is powerful!“ begrüßte am Samstagmorgen Herr Prof. Faltin die Gäste mit einem bedeutsamen Appell: Entrepreneurship hat mehr zu bieten, als nur die Milliarden-US-Dollar-Bewertung zu knacken.

„Wir können Ökonomie besser!“

Günter Faltin fordert auf: „Das können wir besser!“ Entrepreneurship bedeutet, etwas Eigenes zu machen, sich etwas auszudenken, ein Ideenkind in die Welt zu setzen, mit ihm die Schwierigkeiten des Lebens zu begegnen und zusehen wie es wächst und gedeiht. Und mit diesem Gedankenanstoß strömten die Teilnehmer in die verschiedenen Impulsgruppen, Workshops und Vorträge und nutzten die Möglichkeiten ihre persönlichen Netzwerke zu erweitern.

Gründen mit Konzept+Komponenten

Das Programm am Samstag Vormittag konzentrierte sich inhaltlich auf die ersten Schritte als Start-Up Gründer und bot Anregung, welche wertvollen Werkzeuge den Gründern zur Verfügung stehen. Es wurde aus dem Nähkästchen geplaudert, wie Seriengründer bei ihren Gründungen vorgehen und welche Marketingtools sich als hilfreich herausstellten. In der Impulsgruppe „Das Komponentenportal stellt sich vor. Die Entrepreneur Webseite zum Testen des Entrepreneurial Design“ mit Romy Campe (Komponentenportal) und Thomas Fuhlrott (Zait) wurde gezeigt, wie leicht eine kostenfreie Entrepreneur Website mit dem Portal einzurichten ist.

Als Beispiel für die Mischung aus Theorie und Praxis möchten wir Dr. Patrick Stähler, Entwickler des Business Model Innovation Ansatzes, nennen. Er behandelte zusammen mit Matthias Langer und Marco Habschick in seiner Impulsgruppe „von der Ideenarbeit über das Geschäftsmodell“ das Thema Finanzierung. Bei dem Workshop Survivor Challenge – Trainierst du noch oder spielst du schon?  der Brüder Mohtachem wurden alle mitspielenden Besucher sogar herausgefordert, an dem ersten strategischen Fitness-Kartenspiel teilzunehmen. In seinem Workshop stellte Dario Mahtachem auch gleichzeitig das Ergebnis seiner Teilnahme am Entrepeneurship Masterclass vor.

Proof-of-Concept in der Mittagspause

Auch in der Mittagspause ließen es sich die Besucher nicht nehmen, ins Gespräch mit Referenten und potentiellen Partnern zu kommen. Für frische und leckere Nervennahrung sorgten die insgesamt acht Food Trucks mit Köstlichkeiten aus aller Welt. Da Sie knapp einen Platz bei unserem Proof-of-Concept-Wettbewerb verpasst hatte, machte unsere Masterclass Teilnehmerin Alexandra Werdes mit ihrem Entrepreneurial Design Tofte – das Wilde Eis aus der Natur einfach als Anbieterin bei unserer Mittagsverpflegung mit. Ihr Eis kam so gut an, dass viele Besucher sich am darauffolgenden Tag als Wiederholungstäter zu erkennen gaben.

Wertvolle Ratschläge am Nachmittag

Nach der Mittagspause gab Wolf Lotter, Journalist und Autor der brand eins, wichtige Ratschläge zu Innovation! Wofür es sich zu streiten lohnt. „Ich halte einen der größten Irrtümer der Theorie der verbreitet wird, dass Nichtwissen die einzige Komponente der Wissensgesellschaft sein kann“.

 

Im Anschluss faszinierte Lisa Lang, Gründerin von ThePowerHouse und ElektroCouture, das Publikum mit ihren „wearable technology“ Kreationen. Ihre dahinterstehende Geschichte ist mindestens genauso spannend, denn sie verbindet Mode, Design und IT wie niemand zuvor.

Der Nachmittag war geprägt von interessanten Workshops und spannenden Impulsgruppen, sogar ein Design Thinking Dash war im Programm vertreten. Diesen leitete Prof. Steven Ney, D-Fellow an der HPI School of Design Thinking, in Zusammenarbeit mit Galina Emelina. Die Teilnehmer lernten anhand von Übungen, Ideen fassbarer zu machen und diese zu testen.

Geballte Expertise und viel Erfahrung konnte man somit in allen Räumen spüren. Thematisch wurde gern der Schwerpunkt des Samstags „Gründen mit Konzept+Komponenten“ mit Themen der Digitalisierung verknüpft. Matthias Heimbeck, Gründer von FINDOLOGIC, beispielsweise erklärte, dass Digitalisierung als Komponente verstanden und behandelt werden muss, um sich dann wieder auf sein Entrepreneurial Design konzentrieren zu können.

Aufregung beim Proof-of-Concept auf der Bühne

Beim Entrepreneurship Summit haben Entrepreneuere die Möglichkeit, im Rahmen des Formats Proof-of-Concept den ersten Markttest für Ihr Entrepreneurial Design – Ihre Geschäftsidee – unter sehr realen Bedingungen mit den ca. 1500 Summit-Teilnehmern durchzuführen. Sie treten hierbei im Wettstreit mit anderen Gründern und deren Produkten an. Auf der Bühne im Audimax pitchen sie 60 Sekunden Ihr Produkt und müssen die Teilnehmer von Ihrem Konzept überzeugen. Ziel ist es, innerhalb dieser Zeit möglichst viele verbindliche Bestellungen zu erhalten und den höchst möglichen Umsatz zu generieren. Der diesjährige Gewinner des Proof-of-Concept Wettbewerbs ist Peter Schmidt Dahlberg mit seinem Geschäftsmodell DuoVivo, ein neuartiges Erlebniskonzept, dass die Einsamkeit vieler Menschen zu lindern versucht.

Später erfreuten sich alle Besucher bei einem Bier oder Wein über reges Netzwerken beim Get-together. Den Abend feierlich abschließend heizten die FIREDANCER  mit ihrer Feuershow nochmal richtig ein.

Innovation für den positiven ökologischen Fussabdruck

Den Sonntag eröffnete Dr. Monika Griefahn, ehemalige Umweltministerin aus Niedersachsen und Gründungsmitglied von Greenpeace Deutschland. In der ersten Keynote des Tages appellierte Frau Dr. Griefahn klar an die Politik, die die Rahmenbedingungen für umweltgerechtes ökonomisches Handeln vorgeben muss. „Die Materialien, die wir haben, dürfen wir nicht als Abfall betrachten. In der Natur gibt es keinen Abfall. Die Natur kennt das nicht. Wir Menschen sind zu blöd gewesen – obwohl wir intelligent sind, obwohl wir gestalten können – zu sagen, wir nehmen Materialien aus der Erde.“

So würde es Gründern ermöglicht, sich auf umweltfreundliche Entrepreneurial Designs zu konzentrieren. Ein essenzieller Part des Entrepreneurial Designs sollte das cradle-to-cradle Verfahren sein. Es bedeutet übersetzt von der Wiege in die Wiege und beinhaltet die Vision einer abfallfreien Wirtschaft, bei der Firmen keine gesundheits- und umweltschädlichen Materialien mehr verwenden und alle Stoffe dauerhaft Nährstoffe für natürliche oder geschlossene technische Kreisläufe sind. Der gleichnamige Verein, CRADLE TO CRADLE  e.V., wurde 2012 gegründet, um die Cradle to Cradle Denkschule in die Mitte der Gesellschaft zu bringen.

Potenzialentfaltung

Der zweite Impuls des Morgens kam von Prof. Gerald Hüthers Keynote „Das Geheimnis des Gelingens. Potentialentfaltung individualisierten Gemeinschaften„. Als Neurobiologe der Universität Göttingen sagt er, dass niemand allein das in ihm angelegte Potential entfalten kann. Gelingen kann das nur in einer Gemeinschaft miteinander. Er betont weiterhin, dass es nicht darauf ankommt, dass man viel weiß:

„Es ist schön, wenn man viel weiß, damit kann man auch viel machen. Viel Wissen bedeutet noch nicht, dass man bereit ist sich zu ändern. Wissen ist etwas, was ich da oben habe (klopft auf seinen Kopf), oder in meinem Smartphone oder bei Wikipedia. Das hat keinerlei Einfluss auf die Welt.“ Wichtiger ist, dass wir einander helfen, Sachverhältnisse und Problematiken zu erkennen und im nächsten Schritt zu verstehen: „Und deshalb müssen wir uns gegenseitig helfen zu verstehen, warum wir so bescheuert unterwegs sind.“ (Prof. Hüther)

Nachfolgend ging es erneut in die Impulsgruppen und Workshops, dieses Mal auch mit einem Fokus auf Social Entrepreneurship, Entrepreneurship lernen und lehren, alternative Modelle der Ökonomie und Lösungen für globale Problemstellungen entwickeln.

Social Entrepreneurship

Die Keynotes des Nachmittags waren besetzt mit bekannten Entrepreneuren und Wissenschaftlern: Raúl Krauthausen, Mitgründer des gemeinnützigen Vereins SOZIALHELDEN e.V. erklärte „Helden widerstehen der Versuchung ihre eigene Tatenlosigkeit zu rechtfertigen“. Diese Helden vollbringen ihre Taten immer für andere, sie gehen ein enormes Risiko ein und sie tun es ohne Erwartung. „Das bedeutet nicht, dass sie sich nicht freuen, wenn man ihnen später Danke sagt. Das bedeutet nur, dass sie es nicht wegen des Dankes tun.“

Für ausgelassene Stimmung und großen Applaus im Audimax sorgte Waldemar Zeiler, der stolz die bei seinem Unternehmen einhorn gelebten Werte preisgab:

  • Fairstainable = fair und sustainable agieren
  • Unicornique = einzigartig sein
  • Fight & Hug = Streiten ist okay, aber am Ende muss es zur Versöhnung kommen

Sein Rat an alle Entrepreneure: Erzählt eure Story und seid ehrlich dabei!

Ausblick auf den Entrepreneurship Summit 2019

Da Vorfreude die bekanntlich schönste Freude ist, konnte man sich dieses Jahr direkt während der Veranstaltung ein Early Early Bird Ticket für den kommenden Summit 2019 sichern. Dies wurde gleich von vielen Teilnehmern in Anspruch genommen. Der Entrepreneurship Summit 2019 wird vom 19. – 20. Oktober 2019 im Henry-Ford-Bau stattfinden. Finden Sie hier schon einmal einen Teil der Referenten, auf die Sie sich im kommenden Jahr freuen dürfen.

Wenn Sie auf dem diesjährigem Entrepreneurship Summit gewesen sind, freuen wir uns sehr über Ihre Rückmeldung, Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge über unser Online-Feedback Formular.

Um nicht alleine an sich und seinem Entrepreneurial Design zu arbeiten, startet im November 2018 die nächste Entrepreneurship Masterclass. Zur Masterclass können Sie sich am 20. Oktober 2018 auf unserer Infoveranstaltung ab 14:00 Uhr in Berlin informieren.

Zuletzt möchten wir uns bei allen bedanken, die uns bei den Vorbereitungen und der Durchführung des Summits geholfen haben. Ohne Sie wäre der Summit nicht realisierbar!

 

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