Julia Theek ist Künstlerin und Filmemacherin. Sie erhielt den „Magistra artium“ der Humboldt Universität Berlin im Studium der Ästhetik, audiovisueller Medien sowie der Kultur- und Kunstwissenschaften. Mit dem theoretischen Rüstzeug semiotischer Interpretationsverfahren und dem praktischen Pendeln zwischen Atelier und teamorientierter Filmarbeit – u.a. „Kalter Krieg nach Noten“(1997), „Stiften gehen – die Renaissance der Mäzene“(2001) und „Schloss Schönhausen“(2009) beginnt sie quasi jährlich neue Unternehmungen. Kunstausstellungen sind ebenso Ergebnisse von Recherchezyklen – seien es die Umbrüche der Wendezeit als Schichten auf Berliner Hauswänden bei den „37 Räumen“ in den 90ern, „Preußischen Paläste“ ( 2005 – 2009), „Mythos 2.0“ 2010/11 oder aktuell „Speichern“. Dabei werden einzelne Motive ausgeformt, in Farbschichten segmentiert und als Schablonen komponiert, dieser Satz wird dann bis zu 6 mal in verschiedenen Kontexten mit Airbrush gesprüht. Diese aus dem traditionellen Farbholzschnitt und der Streetart weiterentwickelte Technik zwingt zur Reduktion auf möglichst einfache, universell lesbare Grafiken in Kontexten und symbolischen Deutungsebenen. Der Reiz der Arbeit besteht in der Kombination der teilweise kunsthistorisch tradierten Motive mit ästhetischen Erfahrungen der MTV-Generation und den ganz großen Fragen. Nach wochenlanger Schreibtisch- /Leuchttischarbeit ergeben Farbaufträge auf mehrfach gerostetem und geätzten Stahl, Aluminium oder klassischen Malplatten und Leinwänden in wenigen Stunden das Werk. Die ersten Linolschnitte machte sie als Fünfjährige – im Atelier des Großvaters. Der Künstler und Mitbegründer der Landesmalschule Potsdam, Paul August, inspirierte auch das aktuelle Projekt, die Gründung der Sommerkunstakademie „Lübzer Kunstspeicher“. www.lybzerkunst.de