Ralf Sange mobilisiert mit Gründer 50plus die unternehmerische Kraft der Generation 50 plus und strebt dadurch ein Umdenken hinsichtlich des Beitrags Älterer für die Gesellschaft an.

Ralf Sange (Jahrgang 1960) ist Diplom-Sozialwissenschaftler und Geschäftsführer der Gründer 50plus UG sowie der gemeinnützigen Schwester-Initiative Aktion Beruf und Leben 50plus.

Sein Berufsweg

führte ihn zunächst in die Erwachsenenbildung, bevor er über 20 Jahre Erfahrung in der Existenzgründungsberatung von Arbeitnehmern und Gründern sowohl aus Qualifizierungs- als auch aus Outplacement-, Sanierungs- und Transferzusammenhängen sammelte. Er war darüber hinaus lange freiberuflich selbständig und verfügt über Expertise im Bereich Bildungsberatung, Kompetenzentwicklung und Berufswegplanung, speziell für Gründer der Generation 50 plus. Als Berater ist Ralf Sange bei der KfW-Beraterbörse akkreditiert. Er kann auf ein bundesweites Existenzgründungs-Netzwerk zurückgreifen und ist als Sozialunternehmer seit 2013 Ashoka Fellow.

Die Initiativen Gründer 50plus und Aktion Beruf und Leben 50plus

haben zum Ziel, die durch die demographische Entwicklung begründete Gefahr der Altersverarmung einer wachsenden Zahl von Menschen in Deutschland durch Beratung und Unterstützung bei der Gründung selbständiger Existenzen entgegen zu wirken.

Ziel ist es, im Sinne von Empowerment die Betroffenen zu eigenverantwortlichem Handeln zu ermutigen und entsprechendes Experten-Know-how erfahrener Existenzgründungsberater für diesen Personenkreis verfügbar zu machen. Hierdurch eröffnet Gründer 50plus den Betroffenen die Perspektive, die eigene Existenz in Würde zu sichern.

Geschäftsführer Ralf Sange: „Die Beratung beruht auf unserer humanistischen Haltung: alle Menschen haben im Grunde alle Möglichkeiten in sich, sie brauchen „nur“ die Chance, diese Potentiale zu entfalten. Hierbei unterstützen wir sie.“

Wer wir sind:

Durch die Auszeichnung der Initiative „Gründer 50plus“ als Preisträger der Europäischen Kommission als „Europäischer Social Entrepreneur für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ und als Nominierte des Deutschen Alterspreis 2013 der Robert Bosch Stiftung haben wir viel Anerkennung erfahren. Im November 2013 wurde Geschäftsführer Ralf Sange zum Ashoka Fellow ernannt.

In der Satzung ist die Gründer 50plus UG als soziales Unternehmen (Social Business) verfasst, d.h. sie verfolgt gemeinnützige Ziele und will gleichzeitig als soziales Unternehmen im Sinne von Mohammed Yunus das Anliegen mit sozialen Kooperationspartnern in

Deutschland einerseits lokal, andererseits in der Fläche skalieren. Aktuell arbeitet Gründer 50plus mit Kooperationspartnern in Leipzig, Köln, Frankfurt, Bremen, Hannover, München und Kiel zusammen.

www.gruender50plus.de

Die gemeinnützige Schwester-Initiative „Aktion Beruf und Leben 50plus“ unterstützt seit 2014 Menschen ab50 in beruflichen Umbruchsituationen und gibt Orientierungshilfen. Sie ist u.a. Kooperationspartner der Stiftung Entrepreneurship LaborX.

www.aktion-beruf-und-leben-50plus.de

Was wir tun:

Das Hauptaugenmerk der Gruppen in Workshops und ergänzender persönlicher Beratung liegt auf der Vorgründungsphase: Informations-Abende als niederschwelliger Einstieg, Impuls-Workshops zu Geschäftsidee, Gründerperson und Finanzierung (1-tägig), Intensiv-Workshops zur konzeptionellen Weiterentwicklung und Erarbeitung der Umsetzungsreife der Geschäftsideen (dreimal 3-tägig), danach Einzel-Coaching vor, während und nach der Gründung (5-tägig).

Wichtig bei Gründungen Älterer sind diese Gesichtspunkte:

  • Existenzgründung mit möglichst geringem Risiko,
  • relativ schnelle Gründung,
  • die Geschäftsidee ist biographisch und intrinsisch motiviert,

Hintergrund:

Hintergrund ist die demographische und soziale Entwicklung, nach der immer mehr ältere Menschen einer schrumpfenden Gruppe von Erwerbstätigen gegenüber stehen. Die Gefahr von Altersverarmung einer immer größer werdenden Zahl Älterer wächst in den kommenden Jahren zunehmend. Die gesellschaftspolitische Aufgabe ist, Chancen für Betroffene, z.B. Erwerbslose, Arbeitslose, ALG-2-Bezieher, beruflich Unzufriedene, gesundheitlich Beeinträchtigte, ehemalige Selbständige oder Freiberufler, Hausfrauen und –männer, pflegende Angehörige, Künstler usw. zu eröffnen, um diese von der Bedrohung der Altersverarmung unabhängig zu machen. Zusätzlich soll durch eine passgenaue Gründung rechtzeitig die eigene Existenz sichergestellt sowie wertvolles Wissen und Problemlösungskompetenzen für nachfolgende Generationen erhalten werden.

Altersarmut in Deutschland ist ein zunehmendes Problem. Die Armutsgefährdungsquote der Bevölkerung ab 65 Jahren lag 2013 in Deutschland bei 16,8%. Für 29% der Menschen steht die Sorge um die finanzielle Existenzsicherung im Alter an allererster Stelle, die Zahl der erwerbstätigen Rentner hat sich seit 2001 mehr als verdoppelt. Einer der Gründe dafür ist die Arbeitslosigkeit von älteren Menschen, ihnen wird der Wiedereinstieg in ein Anstellungsverhältnis häufig erschwert. Dadurch geraten sie oft nicht nur in existenzbedrohende finanzielle Problemsituationen, sondern auch in gesellschaftliche Isolation und Mutlosigkeit oder seelisch begründete Erkrankungen. Gleichzeitig hat genau diese Gruppe langjährige Arbeitserfahrung und hohe Motivation, die in die Gesellschaft eingebracht werden kann und muss.

Diese Menschen haben jedoch keine Interessenvertretung, es gibt keine speziellen Förderprogramme, allenfalls Maßnahmen der Bundesregierung und der Arbeitsförderung, ältere „Langzeitarbeitslose“ in zumeist prekäre Arbeitsverhältnisse zu „vermitteln“. Außerdem gibt es in Deutschland nur eine sehr geringe Zahl von einschlägigen Studien zum Thema, im öffentlichen Diskurs ist das Thema praktisch nicht wahrnehmbar, umso erstaunlicher bei den genannten Quoten und der permanenten Präsenz des Themas „Demografie“ in den Medien.