
Dr. Kathrin Gassert & Thomas Räuchle-Gehrig im Live Interview
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In seiner Keynote „Wer nichts unternimmt, verliert seine Lebendigkeit” erläutert Prof. Dr. Gerald Hüther das neurobiologische Konzept der Kohärenz: Lebende Systeme – auch das menschliche Gehirn – streben nach einem Zustand, in dem alles zusammenpasst und möglichst wenig Energie verbraucht wird. Für den Menschen bedeutet das, dass Denken, Fühlen und Handeln im Einklang stehen.
Dieser Zustand ist jedoch nicht dauerhaft erreichbar. Leben heißt, immer wieder auf Inkohärenzen zu stoßen und zu lernen, sie aktiv zu überwinden. Entscheidend ist dabei nicht, Probleme zu vermeiden, sondern die Fähigkeit zu entwickeln, mit ihnen umzugehen. Hüther bezeichnet dies als Kohärenz-Wiederherstellungskompetenzgefühl – das Vertrauen, Herausforderungen bewältigen zu können.
Kritisch betrachtet er eine Gesellschaft, die Erfolg fast ausschließlich an Leistung und Messbarkeit orientiert. Dadurch verlieren viele Menschen den Kontakt zu ihrer Empathie, ihrer Lebendigkeit und ihrer Gestaltungsfreude. Bereits früh lernen sie, diese Bedürfnisse zu unterdrücken, um zu funktionieren.
Hüther plädiert für ein neues Verständnis von Entrepreneurship: Jeder Mensch beginnt als Gestalter seines Lebens. Zukunftsfähiges Unternehmertum sollte dazu beitragen, diese Gestaltungsfähigkeit zu stärken, Verbundenheit zu fördern und Menschen dabei zu helfen, wieder in einen stimmigen Zustand mit sich selbst und der Welt zu kommen.
1. Probleme sind notwendig für Wachstum:
Unternehmerische Kompetenz entsteht nicht durch Problemvermeidung, sondern durch die Fähigkeit, immer wieder stimmige Lösungen zu finden.
2. Kohärenz schlägt Optimierung:
Langfristiger Erfolg entsteht, wenn Denken, Fühlen und Handeln zusammenpassen – nicht durch reines Effizienz- oder Leistungsdenken.
3. Entrepreneurship beginnt mit Selbstgestaltung:
Wer andere gestalten will, muss zuerst lernen, sich selbst und den eigenen inneren Zustand zu gestalten.
4. Lebendigkeit ist kein Luxus, sondern Voraussetzung:
Kreativität, Empathie und Gestaltungsfreude sind zentrale Ressourcen für Innovation – ihr Verlust macht Menschen und Organisationen handlungsarm.
5. Modernes Entrepreneurship hat gesellschaftliche Verantwortung:
Gute unternehmerische Ideen helfen Menschen, wieder in Verbindung zu kommen und ihre eigene Gestaltungsfähigkeit zurückzugewinnen.
Prof. Dr. Gerald Hüther ist deutscher Neurobiologe, Autor und einer der bekanntesten Vermittler neurowissenschaftlicher Erkenntnisse im deutschsprachigen Raum sowie Gründer der Potential-Entfaltungs Academy. Er war langjährig Professor für Neurobiologie und beschäftigt sich insbesondere mit den biologischen Grundlagen von Lernen, Motivation, Emotion und menschlicher Entwicklung. Hüther setzt sich kritisch mit leistungsorientierten Bildungs- und Gesellschaftssystemen auseinander und plädiert für eine Kultur, die Verbundenheit, Potenzialentfaltung und Eigenverantwortung fördert. Seine Vorträge, Bücher und öffentlichen Impulse verbinden Wissenschaft mit gesellschaftlichen und unternehmerischen Fragestellungen.
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