
Dr. Kathrin Gassert & Thomas Räuchle-Gehrig im Live Interview
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Prof. Dr. Harald Welzer reflektiert in seiner Keynote „Gute Orte. Zum Verhältnis von Zukunft und Herkunft” die gegenwärtigen gesellschaftlichen, ökologischen und politischen Entwicklungen und richtet den Blick darauf, wie Menschen in Zeiten der Unsicherheit handeln und wie Gründer und Gründerinnen diese Dynamiken verstehen und nutzen können. Anstatt klassische Lösungsvorschläge zu präsentieren, teilt Welzer seine Gedanken über gute Orte, Gemeinschaftlichkeit und die Voraussetzungen für sinnvolle Veränderung.
Zentrale Themen der Keynote sind die Rolle von Sicherheit und Bindung in unsicheren Zeiten, die Bedeutung emotionaler und ästhetischer Faktoren für Motivation und gesellschaftliches Handeln sowie die Notwendigkeit, destruktiven Tendenzen mit konstruktiven Projekten entgegenzuwirken. Innovation wird kritisch hinterfragt: Sie ist nur dann wertvoll, wenn sie auf einem klaren gesellschaftlichen Nutzen basiert.
1. Gute Orte schaffen:
Menschen brauchen Orte – physisch oder sozial –, die Sicherheit, Orientierung und emotionale Bindung bieten, um sich auf Veränderung und Innovation einzulassen. Gründer:innen sollten Arbeits- und Projektumfelder bewusst gestalten, die Resonanz und Gemeinschaft fördern.
2. Sicherheit als Grundlage für Veränderung:
In unsicheren Zeiten halten Menschen lieber an Bekanntem fest. Unternehmertum gelingt nur, wenn Gründer:innen Rahmenbedingungen schaffen, die Orientierung bieten und Risiken kalkulierbar machen.
3. Innovation braucht Zweck und Reflexion:
Innovation ist kein Selbstzweck. Sie muss einem klaren Ziel dienen, z. B. gesellschaftlichen Nutzen stiften, Ressourcen schonen oder Gemeinschaft stärken.
4. Exnovation – unnötiges Entfernen:
Erfolg besteht nicht nur darin, Neues zu schaffen, sondern auch in der Fähigkeit, falsche, destruktive oder überholte Strukturen bewusst abzubauen.
5. Gemeinschaftlichkeit als Fundament:
Soziale Projekte, freiwilliges Engagement und institutionelle Strukturen, die Gleichheit und Teilhabe ermöglichen (z. B. Ehrenamt, Bildungsangebote), sind Kernprinzipien für nachhaltige gesellschaftliche Veränderung. Gründer:innen sollten diese Prinzipien in ihre Geschäftsmodelle einbeziehen.
Prof. Dr. Harald Welzer ist Sozialpsychologe und Historiker mit Schwerpunkt auf gesellschaftlicher Transformation, Nachhaltigkeit und sozialer Innovation. Er untersucht, wie kulturelle, soziale und politische Rahmenbedingungen das Verhalten und die Überzeugungen von Menschen prägen und welche Faktoren erfolgreiches gesellschaftliches Handeln ermöglichen. Welzer ist bekannt für seine kritische Analyse von Destruktivität in Politik und Gesellschaft und setzt sich für die Förderung von Gemeinschaftlichkeit, guter Orte und nachhaltiger Innovation ein. Als gefragter Keynote-Speaker teilt er seine Einsichten mit Gründer und Gründerinnen, Politik, Wissenschaft und der breiten Öffentlichkeit, stets mit Blick auf die Verbindung von emotionaler, sozialer und ökologischer Verantwortung.
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