
Dr. Kathrin Gassert & Thomas Räuchle-Gehrig im Live Interview
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In seiner Keynote „Führen mit Sinn und Menschlichkeit” spricht Bodo Janssen sehr persönlich über Führung, Menschlichkeit und Verantwortung. Ausgangspunkt ist seine Überzeugung, dass Führung nicht primär bedeutet, Ziele durchzusetzen oder Prozesse zu optimieren, sondern Menschen zu stärken. Er grenzt dabei bewusst Führung von Management ab: Menschen werden geführt, Dinge werden gemanagt. Viele Fehlentwicklungen in Organisationen entstehen laut ihm dadurch, dass diese Unterscheidung verloren gegangen ist.
Ein zentrales Element seiner Argumentation ist die Absicht, mit der geführt wird. Führung ist für ihn weder gut noch schlecht, sondern passend oder unpassend – abhängig von der inneren Haltung, dem Kontext und den Menschen. Anhand privater und unternehmerischer Beispiele zeigt er, dass das „Wofür“ immer das „Wie“ bestimmt. Wer nur auf Effizienz oder Kontrolle aus ist, erzeugt andere Ergebnisse als jemand, der Menschen in Verantwortung bringen will.
Bodo Janssen beschreibt, wie Angst – insbesondere nach dem plötzlichen Tod seines Vaters und der Übernahme unternehmerischer Verantwortung – zu übermäßiger Kontrolle, Bürokratie und Entmündigung von Mitarbeitenden führen kann. Diese Angst nimmt Sinn, schwächt Eigenverantwortung und fördert eine Opferhaltung. Dem stellt er die Idee entgegen, Sinn und Bedeutsamkeit zu stärken: Menschen übernehmen Verantwortung dann, wenn der Sinn größer ist als ihre Angst.
Immer wieder betont er, dass echte Führung bedeutet, Menschen nicht ihre Probleme abzunehmen, sondern ihnen zuzutrauen, eigene Lösungen zu finden. Führung soll dazu führen, dass Menschen „aufrechter nach Hause gehen“, weil sie gewachsen sind. Abschließend weitet er den Blick auf Gesellschaft und Zukunft (unter anderem KI) und plädiert dafür, Führung als Beitrag zu Freiheit, Verantwortung und gesellschaftlicher Stabilität zu verstehen.
1. Führung beginnt mit der inneren Absicht
Nicht Methoden oder Strukturen sind entscheidend, sondern die Frage: Wofür führe ich? Gewinne, Kontrolle oder Menschenstärkung führen zu grundlegend unterschiedlichen Organisationen.
2. Menschen führen, Dinge managen
Gründer scheitern häufig daran, Menschen wie Prozesse zu behandeln. Wer Menschen managt, entzieht ihnen Würde, Verantwortung und Motivation.
3. Angst erzeugt Bürokratie – Sinn erzeugt Verantwortung
Kontrollsysteme entstehen oft aus Angst. Verantwortung entsteht dort, wo Menschen Sinn und eigene Bedeutsamkeit erleben.
4. Gute Führung löst keine Probleme, sondern stärkt Problemlösefähigkeit
Wer Mitarbeitenden ständig Probleme abnimmt, hält sie klein. Führung heißt, Zutrauen zu schenken und Eigenverantwortung zu ermöglichen.
5. Bedeutsamkeit ist ein strategischer Erfolgsfaktor
Menschen engagieren sich nicht, weil sie bezahlt werden, sondern weil sie das Gefühl haben: Auf mich kommt es an – auch und gerade in Zeiten von KI und Wandel.
Bodo Janssen ist Unternehmer, Führungspersönlichkeit und Impulsgeber für menschenzentrierte Führung. Er ist eng mit dem Unternehmen Obstalsboom verbunden und hat dessen Entwicklung maßgeblich geprägt. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters übernahm er früh große Verantwortung und setzte sich intensiv mit den Auswirkungen von Angst, Kontrolle und Bürokratie in Organisationen auseinander. Seine Führungshaltung ist stark von Sinnorientierung, Würde und Verantwortung geprägt. Bodo Janssen versteht Wirtschaft als Mittel zum Zweck Mensch und setzt sich dafür ein, dass Unternehmen Orte werden, an denen Menschen wachsen, Verantwortung übernehmen und gesellschaftliche Wirkung entfalten. Er arbeitet an der Schnittstelle von Unternehmertum, Human Resources und gesellschaftlicher Verantwortung und engagiert sich unter anderem für gemeinnützige Organisations- und Führungsmodelle.
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