
Dr. Kathrin Gassert & Thomas Räuchle-Gehrig im Live Interview
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Beitrag lesenVon Entrepreneurship Campus

In seiner Keynote „More with less. Skizzen einer neuen Ökonomie” beschäftigte sich Prof. Günter Faltin mit dem Prinzip „more with less“ und dessen Bedeutung für Entrepreneurship, Konsumkritik und eine neue Form von Ökonomie. Er begann mit der historischen Perspektive, dass Philosophen wie Tales, Seneca oder Jesus seit Jahrtausenden predigten, dass materieller Überfluss nicht zu echtem Glück führt, und zeigte anhand eigener Erfahrungen in Berlin, wie übermäßiger Reichtum oft Angst, Isolation und Unzufriedenheit erzeugt.
Faltin kritisierte die moderne Konsum- und Werbeindustrie, die Menschen gezielt manipuliert, um Profit zu maximieren, unabhängig von Nachhaltigkeit oder gesellschaftlichem Wohl. Er illustrierte dies anhand von Markenprodukten wie Ovomaltine und Mars-Riegeln: extrem billig in der Herstellung, aber teuer verkauft durch Markenwert und Marketing, was eine Abhängigkeit von Konsum schafft.
Als Lösung plädiert Faltin für eine Freundschaftsökonomie: Unternehmer sollen ökonomische Aktivitäten in den Kontext von Gemeinschaft, Vertrauen und sozialem Nutzen stellen. Kleine Gründer haben Vorteile gegenüber großen Konzernen, da sie flexibler sind, neuartige Ideen umsetzen können und die Werbe- und Vertriebsstärke der Großen kreativ nutzen können („Kopf schlägt Kapital“).
Er betonte, dass Luxus und Wohlstand neu definiert werden sollten: Es geht nicht um Konsummaximierung, sondern um Qualität, Gemeinschaft, Zeit für schöne Dinge und Nähe zur Natur. Unternehmerisches Handeln kann dazu beitragen, eine ökonomische Realität zu schaffen, die Menschen und Umwelt respektiert, statt sie zu zerstören.
1. More with Less:
Erfolg im Unternehmertum hängt nicht von großen Ressourcen ab – kreative Ideen und effiziente Strukturen können größere Wirkung erzielen als Kapitalintensität.
2. Freundschaftsökonomie statt reine Gewinnmaximierung:
Setze wirtschaftliche Aktivitäten in den Rahmen von Gemeinschaft, Vertrauen und sozialem Nutzen.
3. Flexibilität als Vorteil kleiner Gründer:
Kleine Unternehmen können schneller lernen, sich anpassen und Neues ausprobieren, während große Konzerne durch Altlasten gebremst werden.
4. Kopf schlägt Kapital:
Intelligente, kreative Strategien können die Werbe- und Marketingmacht der großen Player effektiv nutzen oder aushebeln.
5. Redefinition von Luxus und Erfolg:
Unternehmerischer Erfolg misst sich nicht an maximalem Konsum oder Profit, sondern an der Qualität des Angebots, der Nachhaltigkeit und der Stärkung von Gemeinschaft.
Prof. Günter Faltin ist einer der führenden Köpfe im Bereich Entrepreneurship und Gründer der „Teekampagne“. Er kombiniert Wirtschaftswissen mit philosophischem Denken und setzt sich für eine menschen- und umweltfreundliche Form des Unternehmertums ein. Faltin ist Autor zahlreicher Bücher über Gründerkultur, Kreativität und ökonomische Innovationen. Seine Arbeit zeigt, wie Gründer durch intelligente Strukturen, Kreativität und soziale Verantwortung erfolgreiche Unternehmen aufbauen können, ohne übermäßigen Ressourcenverbrauch oder Gewinnmaximierung. In seinen Keynotes vermittelt er praxisnah und inspirierend Strategien für nachhaltiges und wirkungsvolles Unternehmertum.
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